Sommerlinde (Tilia platyphyllos)


gehört zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae)

Synonyme:

Bestimmung

Wuchsform: Baum

Größe: bis 40 m

Lebenszyklus: Sommergrün

Laubaustrieb: Mai/Juni

Laubfärbung: im Herbst gelb

Rinde: Stamm mit längsrissig, dichtgerippter, grau bis schwarzbrauner Borke

Krone/Äste: Hoher Baum mit breiter, runder Krone. Junge Zweige mäßig hin und her gebogen, olivgrün, sonnenseitig rot, abstehend flaumig behaart, im 2. Jahr kahl. Korkwarzen klein, zahlreich. Winterknospen rötlich, mit 2-3 Schuppen, eiförmig bis schief-eiförmig, an der Spitze behaart, ohne Endknospe.

Blatt: Laubblätter zweizeilig, weich, Stiel bis 5 cm lang, flaumig behaart. Blätter 5-15 cm lang, schief herzförmig, eher weich und dünn, sie fühlen sich samtig an. Blattrand dicht gezähnt.
Oberseite dunkelgrün, anfangs behaart, Unterseite grün, flaumig behaart und mit weißlichen, später bräunlich verfärbten Achselbärten.
Die Blätter der Sommerlinde sind größer (bis 15 cm lang und 12 cm breit) als die der Winterlinde. Die Blätter sind im Kronenbereich oft kleiner, an Wasserreisern bis zu 25 cm lang.

Blüte: Blütenstand wächst 2-5-blütig in Rispen, mit hellem, flügelartigem Tragblatt verwachsen. Blüten gelblich, 1-1,5 cm groß, honigduftend. Blüten zwittrig, mit doppelter, 5-zähliger, freiblättriger Hülle. Kelchblätter 5-6 mm lang, länglich-eiförmig, spitzenwärts behaart, Kronblätter verkehrt länglich-eiförmig, zum Grund verschmälert, 6-8 mm lang, ausgebreitet, gelblich, Staubblätter 25-30, die Kronblätter etwas überragend, ohne sterile Staubblätter.

Blütezeit: Juni

Frucht / Samen: Fruchtknoten mit langem Griffel und fünf Narbenlappen. Nussfrucht dickwandig, stark verholzt, kugel- bis birnenförmig, 8-9 mm lang, 7-8 mm breit, graufilzig behaart, deutlich fünfrippig. Fruchtstand bis 10 cm lang, Flügelartiges Tragblatt 7-8 cm lang, 14-18 mm breit, fast bis zum Grund der Blütenstandsachse reichend, fast kahl.

Samen- / Fruchtreife: September

Verfügbarkeit / Sammelzeit

Blätter ab April bis in den Herbst, wobei es ratsam sein kann, die Blätter möglichst zeitig zu sammeln, da häufig ab Mitte/Ende Mai die Anzahl der Blattläuse in den Bäumen ansteigt und die Blätter aufgrund des Honigtaus klebrig werden; Blüten Mai/Juni; Früchte ab ca. Juni.

Standort

Schlucht- und Bergwälder sowie an Waldrändern und auf Geröllhängen. Vielerorts seit Jahrhunderten gepflanzt, auch in Orten, auf Feldern, entlang von Straßen und Alleen, in Parks und Grünanlagen.

Fressbare Teile

Blätter, Blüten, Früchte, Zweige.
Anmerkung: an vielen Blättern findet man kleine rote, kegelförmige Erhebungen. Das sind Blattgallen, die durch den Befall mit Lindengallmilben (Eriophyes tiliae) hervorgerufen werden. Für die Tiere (und Bäume) sind diese Milben unschädlich. Wer auf Nummer gehen will, verzichtet aufs Pflücken der befallenen Blätter.

Verwechslungsmöglichkeiten

Winterlinde, 3-10-blütig, Blattunterseite mit rosafarbenen Achselbärten. Unproblematisch
Silberlinde (Tilia tomentosa), Blattunterseite silbergrau. Zierbaum aus Südwesteuropa. Unproblematisch.

Besonderheiten



Quellenangaben

Was blüht denn da?, 60. aktualisierte/erweiterte Auflage 2021, Margot Spohn, Marianne Golte-Bechtle, Roland Spohn, Seite 402 f.
BLV Handbuch, Bäume und Stäucher, 4. durchgesehene Auflage (Sonderausgabe)2006, Ulrich Hecker, Seite 262 f.

Bilder mit Erkennungsmerkmalen

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